Lebensqualität trotz Lipödem

Was ist Lipödem für eine Krankheit?

Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die überwiegend Frauen betrifft. Sie zeigt sich durch eine abnormale Verteilung und Vermehrung des Unterhautfettgewebes in Armen und Beinen, was zu einem sichtbaren Missverhältnis zwischen dem oft schlanken Rumpf und den vergrößerten Gliedmaßen führt. Dies geht nicht nur mit ästhetischer Unzufriedenheit einher, sondern verursacht auch erhebliche Beschwerden, die durch gezieltes Training spürbar gelindert werden können.

Beschwerden bei Lipödem

Zu den akuten Beschwerden gehören ein Schweregefühl in den Beinen, Schmerzen im betroffenen Gewebe, Druckempfindlichkeit der Gliedmaßen, lokale Entzündungswerte und eine erhöhte Anfälligkeit für Blutergüsse. Langfristig kann Lipödem Achsenfehlstellungen in den Beinen verursachen, besonders im Knie- und Fußgelenk.

Die psychosozialen Folgen sind erheblich, da Betroffene oft auf Unverständnis stoßen und mit Stigmatisierung des typischen Körperbildes konfrontiert werden. Dies führt zu geringer Selbstachtung, Depressionen, Essstörungen und sozialer Isolation.

Ursachen für Lipödem

Die genauen Ursachen des Lipödems sind nicht vollständig geklärt. Es tritt typischerweise während der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause auf. Neben genetischen Faktoren werden hormonelle Veränderungen, vaskuläre und lymphatische Erkrankungen als Ursachen diskutiert. Etwa 60 Prozent der Betroffenen haben eine familiäre Veranlagung.

Da die genaue Ursache unbekannt ist, konzentriert sich die konservative Therapie darauf, Symptome zu reduzieren, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und Begleiterkrankungen zu verhindern.

Trainierbarkeit von Lipödem

Die enttäuschende Realität ist, dass man Lipödem nicht durch bestimmte Trainingsstrategien heilen kann. Dennoch kann die Entwicklung der Krankheit positiv beeinflusst und das Fortschreiten durch regelmäßiges Training verlangsamt werden. Der Fokus liegt auf der Symptombekämpfung.

Warum sollte man trotz Lipödem trainieren?

Obwohl die krankhaften Fettzellen nicht „wegtrainiert“ werden können, ist Training entscheidend für die Lipödem-Therapie. Durch angepasstes Training kann man das Lymphsystem anregen, Muskulatur kräftigen, physiologische Effekte der Bewegung nutzen und Bewegungsmangel entgegenwirken. Studien zeigen, dass professionell angeleitetes Training effektiver ist.

Trainingsempfehlungen für Lipödem

Beim Training empfehle ich das Tragen von Kompressionskleidung, da sie Entzündungen entgegenwirkt und den Lymphfluss verbessert. Lipödem-gerechtes Training mit Kompressionskleidung ist effektiver.

Sportliche Aktivitäten bei Lipödem

Für Lipödem-Betroffene eignen sich besonders körperliche Bewegungen im Wasser, wie Schwimmen, Wassergymnastik oder Aqua-Cycling. Diese wirken wie natürliche Lymphdrainage und schonen die Gelenke. Lymphgymnastik, Vibrationstraining und anpassbares Krafttraining sind ebenfalls empfehlenswert.

Krafttraining bei Lipödem

Ja, ich empfehle Krafttraining. Es kräftigt die Muskulatur, stabilisiert übermäßig bewegliche Gelenke und trägt zur funktionellen Fitness bei. Dies reduziert das Verletzungsrisiko und ermöglicht leichteres Bewältigen alltäglicher Aufgaben.

Trainingshäufigkeit bei Lipödem

Grundsätzlich gilt: Je öfter, desto besser. Ein aktiver Lebensstil ist entscheidend. Für den Anfang empfehle ich tägliche Bewegung und zwei Trainingseinheiten pro Woche. Ein kurzes Lymphgymnastik-Programm oder ein Spaziergang eignen sich für die tägliche Bewegung. Die Trainingsart sollte Spaß machen.

Alltagstipps gegen Lipödem

Vermeide langes Sitzen oder Liegen, und erledige Aufgaben im Stehen oder Gehen. Aktive Freizeitbeschäftigungen fördern die Bewegung.

Einfluss der Ernährung bei Lipödem

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Obwohl Lipödem nicht durch Ernährung geheilt werden kann, kann eine durchdachte Ernährung Symptome lindern und das Fortschreiten verlangsamen. Eine gesunde, bedarfsgerechte Ernährung mit Vermeidung von hohem Blutzuckerspiegel und Industriezuckern ist ratsam. Isoglykämische Ernährungsweisen wie mediterrane Ernährung oder Low-Carb können unterstützend wirken.